Bei der APH lassen sich junge Menschen aus der ganzen Welt innerhalb von drei Jahren zur Pflegefachkraft ausbilden. Ahmed, Walid, Achref, Long und Jomael gehören dazu. Die fünf Neu-Mannheimer*innen haben erzählt, wie es sich anfühlt, eine neue Ausbildung und ein neues Leben gleichzeitig zu beginnen. Und sie verraten, was beim Ankommen hilft.
Ein Montagnachmittag im März: Während draußen die Sonne scheint, herrscht auch im Klassenraum des APH-Bildungszentrums beste Laune. Hier sitzen Ahmed und Walid aus Marokko, Achref aus Tunesien, Long aus Vietnam und Jomael aus Kamerun zusammen. Sie alle machen derzeit bei der APH die dreijährige generalistische Pflegeausbildung. In einem Punkt sind sie sich alle einig: „Der deutsche Winter ist eine Herausforderung“, sagt Achref stellvertretend für die anderen. Er ist als einziger von ihnen bereits im zweiten Lehrjahr und hat so schon den zweiten Saisonwechsel erlebt. Umso glücklicher sind nun alle über den Frühling.
„Das größte Kopfzerbrechen bereitet mir die Sprache“, sagt Long. Gerade die Sprache war es jedoch, die sie auf die Idee brachte, nach Deutschland zu gehen. In Vietnam arbeitete sie an einer deutschen Schule und ihr gefiel es, wenn sie hörte, wie sich ihre deutschen Kolleg*innen unterhielten.
„Eine Ausbildung war ein Weg, mich zu finanzieren und hier ein Leben zu beginnen“, sagt Long. Der Umgang mit Menschen liegt ihr und so hat sie schnell gemerkt, dass die Altenpflege gut zu ihr passt. Wie alle ihre Mitschüler*innen im ersten Lehrjahr wohnt Long auf dem Campus, neben dem Bildungszentrum im Azubiwohnheim. Walid, mit dem sie gerne gemeinsam in den Supermarkt geht, kommt häufig in den Genuss ihrer selbstgekochten Gerichte.
Auch sonst gefällt dem jungen Marokkaner das Leben im Azubihaus seit dem ersten Tag. „Ich wurde direkt von einer anderen Auszubildenden im zweiten Lehrjahr empfangen“, erinnert sich Walid. „Am Anfang hatte ich zum Beispiel Probleme, die Fenster zu öffnen. Sie hat mir bei solchen Fragen geholfen und mir gezeigt, wo ich einkaufen gehen kann oder wie ich die Bahn-App benutze.“ Walid ist der Einzige, der schon in seinem Heimatland in einem Altenpflegeheim gearbeitet hat. Allerdings war dies nur für Menschen, die keine Familie haben und es wurde teilweise von Ehrenamtlichen geführt.
„In meinem Heimatland Kamerun werden Angehörige von ihren Verwandten gepflegt“, berichtet Jomael. Die anderen stimmen zu, das Pflegesystem in Deutschland ist für alle neu. Auch Ahmed berichtet, dass er in Marokko zunächst eine Informatik-Lehre begonnen hatte, aber seinen kranken Vater gepflegt habe und so auch die Liebe zu dem Beruf geweckt wurde, den er nun bei der APH lernt.
Wohl fühlen sich alle fünf in ihrer neuen Heimat und mit der Ausbildung. Mannheim sei sehr international, das helfe beim Ankommen und natürlich: Frau Scheffczyk. Alena Scheffczyk, die für das Bewerbungsmanagement für die Azubis aus dem Ausland zuständig ist, ist für alle eine wichtige Bezugsperson. Schon vor ihrer Ankunft hatten alle Kontakt mit ihr. Sie versorgte sie mit nützlichen Infos – von der Wegbeschreibung vom Flughafen zum Azubihaus bis zur Auswahl der Versicherungen. Zudem begleitet sie alle fünf durch den Behörden-Dschungel. Und auf ihrem herausfordernden Weg durch die dreijährige Ausbildung – den sie alle mit großem Elan und Motivation bestreiten.
Gruppenbild Header: Ahmed, Jomael, Long, Walid (von links nach rechts, Achref fehlt)
Wie gelingt Ankommen?
In der GBG-Gruppe arbeiten Menschen aus der ganzen Welt zusammen. Wie kamen sie ins Unternehmen? Was hat ihnen beim Ankommen geholfen? An was mussten sie sich gewöhnen? Und wie hat die GBG sie unterstützt?