Bereichsleiter Matthias Henes ist seit mehr als drei Jahrzehnten bei der GBG für Modernisierungen zuständig und geht 2026 in den Ruhestand. Er blickt zurück auf ein Berufsleben, das ihm die Möglichkeit geboten hat, die Stadt aktiv mitzugestalten.
„Als ich 1988 als junger Ingenieur aus wohlbehüteten Verhältnissen zur GBG kam, wusste ich nicht, was sozialer Wohnungsbau konkret bedeutet, wie die Leute wohnen, was mich da erwartet. Die baulichen Aufgaben haben mich über all die Jahre am meisten interessiert. Gerade die Modernisierung von denkmalgeschützten Gebäuden war spannend. Mit den Firmen Lösungen suchen – das war, was mit besonders viel Spaß gemacht hat.
Dann gab es diese Momente, in denen ich gemerkt habe, wie groß die Aufgaben eigentlich sind. Ich dachte zum Beispiel, dass Zentralheizungen selbstverständlich seien. Und dann komme ich in Wohnungen, in denen gar kein Heizkörper steht.
Bei uns hatten damals rund 10.000 Wohnungen keine Heizung. Das war ein unvorstellbarer Nachholbedarf. Gleichzeitig hat uns das aber auch die Chance eröffnet, ganze Quartiere mit Fernwärme zu erschließen. Die Kollegen von der Haustechnik haben dort Pionierarbeit geleistet. Wohnungswärmezentren – also Warmwasserbereitung über Fernwärme, aber dezentral in der Wohnung – gab es so am Markt überhaupt nicht. Das wurde bei uns entwickelt, zusammen mit der MVV. Das hat mich beeindruckt: eine städtische Wohnungsbaugesellschaft, die nicht nur verwaltet, sondern auch technische Lösungen findet.
Ich erinnere mich auch daran, als wir in den Quadraten zum ersten Mal Dachstühle vormontieren und per Autokran aufs Gebäude setzen ließen. Die Firma kam aus Kaiserslautern, fuhr das Dach auf dem Tieflader in die Innenstadt und dann hoch damit. Natürlich lief auch mal etwas schief. In den L-Quadraten haben wir bei einem Haus im bewohnten Zustand das Dach erneuert, Notabdichtung drauf, alles gut – bis ein starker Sturm kam. Nachts rufen mich die Mieter an: ‚Es läuft rein!‘ Mit Handwerkern und Feuerwehr haben wir versucht, den Schaden zu begrenzen. So bin ich Schritt für Schritt in das Thema Modernisierung hineingewachsen. Am Anfang wusste ich kaum etwas über die Realität – und irgendwann war genau das der Grund, warum ich geblieben bin: die Vielfalt, die Verantwortung und die Möglichkeit, den Alltag der Menschen besser zu machen.“
Happy Birthday GBG! – Anekdoten zum Jubiläum
Was verbinden Mitarbeiter*innen am Anfang und am Ende ihrer beruflichen Laufbahn mit der Gruppe? Und was sagt einer, der zusammen mit der GBG ein Projekt aufgebaut hat, das mittlerweile das ganze Stadtbild prägt? Drei Anekdoten zum Jubiläum.