Mit Franklin-Schule, Spinelli-Grundschule (Bild oben) und Humboldt-Grundschule hat die BBS drei neue Ganztagsschulprojekte im Portfolio, die in Sachen Schulbau Zeichen setzen. Mit neuen Raumkonzepten unterstützt sie die Umsetzung von modernen Lernformen – und trägt so zu mehr Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit bei.
Lange, nicht selten auch dunkle Flure, an denen sich ein Klassenzimmer an das nächste reiht – so erinnern sich viele Erwachsene an ihre (Grund-)Schulzeit. Für Peter Doberass, Geschäftsführer der BBS Bau- und Betriebsservice GmbH, ein Auslaufmodell, wenn es um den Bau von Schulen geht. „Wir wollen mit unseren Bauten dazu beitragen, dass die Mannheimer Schüler*innen von mehr Bildungsgerechtigkeit, Teilhabe und Chancengleichheit profitieren.“ Besonders gute Möglichkeiten bietet dabei der Bau von Ganztagsgrundschulen, die mit ihrem umfassenden Angebot genau diese Ziele verfolgen. Mit der Franklin-Schule, der Spinelli-Grundschule und dem Erweiterungsbau der Humboldt-Schule hat die BBS aktuell drei Projekte dieser Art in Arbeit.
„Ein wesentliches Merkmal moderner Ganztagsgrundschulen ist, dass mehrere Räume zu sogenannten Clustern zusammengefasst werden“, erklärt Doberass den Unterschied zum herkömmlichen Schulbau. Neben den Klassenzimmern finden sich in diesen Clustern auch Räume, die anders genutzt werden können, etwa als Ruheräume, Ausweichräume für getrennte Lerngruppen oder auch als Spiel-, Bewegungs- und Bastelräume. „Diese räumliche Vielfalt spiegelt zeitgemäße pädagogische Konzepte wider. Diese setzen anstelle des klassischen Frontalunterrichts verstärkt auf Lernformen, die den unterschiedlichen Bedürfnissen und Fähigkeiten der Schüler*innen gerecht werden“, betont Doberass.
So sei in den ersten beiden Klassen, wenn es darum geht, den Schüler*innen Lesen und Schreiben beizubringen, ein klassischer Unterricht meist immer noch das Mittel der Wahl. „Bei den dritten und vierten Klassen setzt man heute aber verstärkt auf eigenständiges Lernen etwa in Form von Projekten oder Gruppenarbeiten“, berichtet Doberass. „Die Clusterstruktur bietet die Möglichkeit, beide Lernformen umzusetzen und auch miteinander zu verbinden.“ Diese Flexibilität schlägt sich auch in der Möblierung der Räume nieder. „Einen klassischen Schulraum mit Tischreihen, die auf Lehrerpult und Tafel ausgerichtet sind, werden Sie zum Beispiel in der Spinelli-Grundschule nicht finden“, sagt Doberass. Stattdessen gibt es ganz unterschiedliche Sitz- aber auch Liegemöglichkeiten, die sich beliebig kombinieren lassen.
Die Schulen haben dabei die Möglichkeit, die Cluster unterschiedlich zu gestalten. So sind etwa in der Franklin-Schule in den vier Raumclustern vier jahrgangsgemischte Klassen zusammengefasst. Das heißt, ältere und jüngere Schüler*innen lernen teilweise zusammen, können aber auch in Ausweichräumen separat unterrichtet werden. Genauso gut ist es aber auch möglich, in den Clustern jeweils mehrere Klassen eines Jahrgangs unterzubringen. „Wir als BBS machen ein räumliches Angebot, die Schulen entscheiden dann selbst, wie sie es nutzen wollen.“
Auch jenseits der Cluster ist räumliche Flexibilität die oberste Devise. „Wir gestalten zum Beispiel die Mensen, die ja zu jeder Ganztagsschule dazugehören, so, dass sie sich auch ohne großen Aufwand für Veranstaltungen und Zusammenkünfte der Schulgemeinschaft nutzen lassen.“ Und auch die sogenannten Erschließungsflächen, also Gänge, Treppen und Eingangshallen, sind nicht mehr bloße Durchgangsräume, sondern werden auch als Aufenthaltsräume angelegt. Die Franklin- und die Spinelli- Grundschule verfügen zum Beispiel jeweils über eine breite Treppe zum Obergeschoss, die in der Mitte mit Sitzstufen ausgestattet ist und zum spontanen Lernen oder in den Pausen zum Hinsetzen genutzt werden kann“, erläutert Doberass.
Um Vielfalt geht es auch bei der Gestaltung der Außenflächen, die bei Ganztagsschulen eine wichtige Funktion als Freiräume übernehmen. Statt eintönig betonierter Schulhofflächen finden sich dort vielfältige Angebote von Spielgeräten über Sportfelder bis hin zu Gartenflächen, die die Kinder bewirtschaften können. So wird etwa bei der Humboldtschule, die zum Schuljahr 2027/28 in den Ganztagsbetrieb übergehen soll, die versiegelte Schulhoffläche umgestaltet und mit Spielinseln aufgewertet, die den Schüler*innen künftig viele Möglichkeiten zum Spielen und Toben bieten.
Während die Humboldt-Ganztagsgrundschule noch im Bau ist, haben Franklin- und Spinelli-Grundschule bereits ihren Betrieb aufgenommen – und erste Erfahrungen mit den neuen Schulbauten gesammelt. „Die Resonanz ist sehr positiv“, resümiert Doberass. „Die Räume kommen bei Schulleitungen, Kollegien, Schüler*innen und Eltern gut an – und eröffnen allen Beteiligten ganz neue Möglichkeiten.“ Lange Flure und uniforme Klassenzimmer werden in den Erinnerungen der heutigen Grundschüler*innen keine Rolle mehr spielen.