Das GBG JuniorenTeam ermöglicht Nachwuchstalenten einen Start in die Profi-Karriere. Gefördert werden vor allem Athlet*innen aus Sportarten, die nicht permanent im Mittelpunkt des medialen Interesses stehen. Die Kugelstoßerin Yemisi Ogunleye war von 2016 bis 2021 Teil des Teams – heute zählt sie zu den besten Sportlerinnen in ihrer Disziplin und gewann bei den Olympischen Spielen in Paris die Goldmedaille.
Gold in Paris! Erst ausgerutscht, dann mit beeindruckender Konstanz nach vorne gekämpft – im letzten Versuch sicherte sich Yemisi Ogunleye vor vollbesetzten Rängen im Stade de France die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen. Mit exakt 20 Metern setzte sie sich gegen die Konkurrenz durch. Ein echter Sportler*innentraum – in wenigen Sekunden mit einem perfekten Stoß Wirklichkeit geworden. Wenn Ogunleye heute an den 9. August 2024 zurückdenkt, huscht ihr ein breites Lächeln übers Gesicht – genauso wie beim Anblick der großen Aufsteller im Erdgeschoss des GBG-Hauptgebäudes im Leoniweg. Dort hält sie immer wieder kurz inne. Hier sind die neun Nachwuchssportler*innen des aktuellen GBG JuniorenTeams abgebildet. Auch sie selbst war einst dort zu sehen, erinnert sich Ogunleye. Das war zu Beginn ihrer Karriere. Und obwohl das alles noch gar nicht lange her ist, hat sich ihr Leben seither stark verändert. Heute ist die 26-Jährige das sportliche Aushängeschild der Quadratestadt. Doch, so erzählt sie offen, verlief ihr Weg bis zur Goldmedaille in Paris nicht immer ohne Hindernisse.
Mit Disziplin und Flexibilität
Zum Sport kam sie über das Turnen. „In meinem Verein kam damals die Idee auf, dass ich es doch auch mal mit dem Siebenkampf probieren könnte.“ Schnell zeigte sich ihr außergewöhnliches Talent: Ihre Größe von 1,85 Metern und der athletische Körperbau machten sie auch in der Leichtathletik zu einer starken Anwärterin. Bereits mit 17 Jahren wechselte sie von ihrem Heimatverein in Haßloch zu Iris Manke-Reimers und somit zur Mannheimer Turn- und Sportgesellschaft (MTG). Die MTG schlug sie schließlich für das GBG JuniorenTeam vor. „Das war eine große Erleichterung für meine Familie und mich“, erzählt sie. Denn für das tägliche Training mussten ihre Eltern sie nach Mannheim fahren – die finanzielle Unterstützung durch das JuniorenTeam sorgte dabei zumindest materiell für Entlastung.
Eine Herausforderung blieb dennoch der Balanceakt zwischen Schule, Training und Freizeit – wie bei vielen ihrer Teamkolleg*innen. „Ich wollte bei meiner Familie bleiben und hatte keine Möglichkeit, ein Sportgymnasium zu besuchen. Mein Alltag war dadurch sehr durchgetaktet. Ich habe früh gelernt, meine Zeit gut einzuteilen.“ Auch hierbei war das JuniorenTeam eine wichtige Hilfe: Der Austausch mit anderen Talenten über die Herausforderungen des Alltags half ihr, diesen Spagat besser zu meistern.
Gestärkt aus der Krise
Doch Ogunleye erlebte auch Rückschläge. „2016 und 2018 war ich jeweils für ein Jahr raus aus dem Leistungssport.“ Ein harter Einschnitt – aber sie ließ sich nicht entmutigen. Stattdessen nutzte sie diese Zeit bewusst, um herauszufinden, wer sie außerhalb des Sports ist. Sie fand Halt in ihrem Glauben, pflegte Freundschaften und widmete sich intensiv der Musik. „Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich trotz dieser Verletzungen weiter gefördert wurde“, sagt sie rückblickend. „Das hat mir letztlich ermöglicht, am Sport festzuhalten.“
Ab 2016 legte sie den Fokus ganz auf das Kugelstoßen und arbeitete konsequent an ihrer Technik. 2020 perfektionierte sie ihren Stil – sie setzte fortan auf die Drehstoßtechnik. „Die Puzzleteile haben sich plötzlich perfekt zusammengefügt: Durch meine Größe verfüge ich über gewisse Hebel und die nötige Schnellkraft. Und durch das Turnen und das Musikmachen habe ich ein ausgeprägtes Rhythmusgefühl. Das sind ideale Voraussetzungen für meine Disziplin.“
Von da an ging es steil bergauf. Bei den Deutschen Meisterschaften erreichte sie vordere Platzierungen – und 2024 schließlich Gold bei Olympia. Auch die ersten Wettkämpfe nach den Spielen liefen hervorragend. „Ich bin an einem Punkt, wo ich wirklich losgelöst von jeglichem Druck bin und einfach Spaß habe.“ Genau diesen Spaß nicht zu verlieren – das sei ihr wichtigster Rat, nicht nur für andere Nachwuchssportler*innen, sondern auch für ihr jüngeres Ich. „Mein Werdegang ist nicht auf jedes Talent übertragbar, aber meine Karriere ist ein Beispiel dafür, dass man aus harten Zeiten gestärkt hervorgehen kann“, betont sie.
Mit Fehintola Oladejo und Felix Kunstein gehören aktuell zwei Leichtathletik-Talente der MTG zum GBG JuniorenTeam. Auch sie träumen vom Siegertreppchen – und Ogunleye weiß: Manchmal werden Träume wahr. Besonders dann, wenn es Menschen gibt, die an einen glauben und einen unterstützen.
Junge Menschen im Fokus
CSR – Corporate Social Responsibility – das ist für die GBG-Gruppe kein zusätzliches Betätigungsfeld, sondern seit Gründung im Jahr 1926 ein wesentlicher Gesellschaftszweck. Wir sehen es als unsere unternehmerische Aufgabe an, den Menschen in Mannheim einen Mehrwert zu bieten. Das gilt für unsere eigentliche Arbeit, wirkt sich aber auch darüber hinaus aus, etwa wenn es um die Unterstützung von lokalen Vereinen und Initiativen geht.
Unsere Schwerpunkte legen wir im Sponsoring einerseits auf die Unterstützung von Kinder-, Jugend- und Nachwuchsprogrammen in Sport, Kultur und Sozialem und achten dabei auf gesellschaftlichen Zusammenhalt und Zukunftschancen. Ganz klar im Fokus haben wir dabei Menschen in Mannheim, alle unsere Gelder werden hier für Sponsoring eingesetzt.
Neben dem GBG JuniorenTeam, das wir selbst ins Leben gerufen haben, unterstützen wir unter anderem die Nachwuchsarbeit der MTG, das Kinderfest beim Stadtfest, das Kunstprojekt Stadt.Wand.Kunst oder das Kultur-Festival Lesen.Hören.
Ein Highlight im vergangenen Geschäftsjahr war dabei wieder unsere Unterstützung für das Albert Schweitzer Turnier. Das Nachwuchsturnier für Basketball-Teams aus der ganzen Welt findet alle zwei Jahre statt, war durch Corona aber außer Rhythmus geraten. Im April 2024 fand es nun zum 30. Mal in der Mannheimer GBG-Halle statt, junge Menschen aus der ganzen Welt kamen eigens dafür nach Mannheim, um sich hier sportlich zu messen und sich auszutauschen – ein Event, das wir gerne unterstützen.