Von der Ausbildung zur Führungsposition: Sandra Thieme und Jennifer Freidel sind bei der GBG ins Berufsleben gestartet und dann im Unternehmen aufgestiegen. Im Interview erzählen sie von ihrem persönlichen Karriereweg, ihrer Motivation zur Übernahme einer Führungsrolle und wie sie in diese hineingewachsen sind.
Freidel: Verbindlichkeit und Feedback sind für mich zentral. Zuhören, ernst nehmen – auch wenn man anderer Meinung ist. Und auch Selbstvertrauen, denn ohne Selbstvertrauen geht es nicht. Es ist wichtig, sich immer wieder auf die eigenen Fähigkeiten zu besinnen. Das heißt nicht, dass man alles wissen muss. Ich darf nachfragen – Ehrlichkeit sich selbst und anderen gegenüber hilft da sehr.
Thieme: Ich kann Jennifer nur zustimmen, es ist sehr wichtig, sich auf sich selbst zu besinnen. Für mich ist Empathie außerdem ausschlaggebend. Ich finde, dass man auf jeden Fall kommunikationsbereit sein muss, daneben auch durchsetzungsfähig. Selbstverständlich wissen meine Mitarbeiter*innen, dass ich Abteilungsleiterin bin, aber mir geht es auch darum, Vertrauen zu schenken, so dass alle frei arbeiten können – das hat sich bewährt.

Thieme: Ich habe 1996 bei der GBG begonnen. Kurz vor Ausbildungsstart wurde mir ein duales Studium an der Berufsakademie angeboten – Fachrichtung Immobilienwirtschaft, damals ganz neu. 1999 schloss ich als Diplom-Betriebswirtin ab. Schon im Studium konnte ich viele Abteilungen durchlaufen. Mein Herz hing aber von Anfang an am Verkauf, wo ich dann auch eingestiegen bin.
Freidel: Meine Ausbildung zur Immobilienkauffrau habe ich 2009 begonnen. Ich wollte unbedingt ins Kunden-Service-Center (KSC) – schon am ersten Tag haben mich das Team, der Kontakt mit Mieter*innen und die Abwechslung begeistert. Nach der Ausbildung landete ich dann erst in der Bauabteilung. Anfangs fiel es mir schwer, dort meinen Platz zu finden, aber rückblickend war es eine wertvolle Zeit: Ich habe die Bauleiter unterstützt, in der Auftragsvergabe ausgeholfen, Verkaufspläne gezeichnet und viel technisches Verständnis gewonnen. Das hilft mir bis heute. Als im KSC1 auf der Schönau eine Stelle frei wurde, bin ich dorthin gewechselt.
Freidel: Geplant war das nicht. Ich habe ein SBB-Weiterbildungsstipendium erhalten und nebenbei an der Abendschule Betriebswirtschaft studiert, aber ohne konkrete Führungsambitionen. Dann wurde ich darauf angesprochen, ob ich mich nicht auf die Stelle als Referentin der Bereichsleitung Immobilienmanagement bewerben möchte.
Freidel: Ja, es hat sich dann alles so gefügt. Ich war fast acht Jahre im KSC und habe mich dort immer wohlgefühlt. Währenddessen war ich auch für zwei Amtszeiten im Betriebsrat – einmal gemeinsam mit Sandra. Diese Zeit hat mich geprägt, besonders in Bezug auf Führung und Sensibilität für betriebliche Themen. 2020 bin ich ins Hauptgebäude gewechselt und mir wurde bewusst, wie stark ich zentrale Themen schon im KSC mitgestaltet hatte, etwa durch den KSC-übergreifenden Verwalterkreis, den ich ins Leben gerufen habe. Zwei Jahre später habe ich mich auf eine neue Koordinatorenstelle beworben. Unter meinem damaligen Bereichsleiter Christian Franke, der mich gefördert und immer unterstützt hat, habe ich mich weiterentwickelt. Im November 2023 übernahm ich schließlich die Bereichsleitung Immobilienmanagement mit rund 100 Mitarbeitenden.
Thieme: Das hat bei mir länger gedauert. Ich war 17 Jahre im Verkauf tätig – mit wechselnden Kolleg*innen und Vorgesetzten. 2016 wurden wir der Unternehmenskommunikation zugeordnet und Christian Franke wurde mein Vorgesetzter. 2018 fragte er mich, ob ich mir eine Führungsrolle vorstellen könnte – ich sagte Ja.
Thieme: Das war es, aber ich habe nicht lange gezögert – so eine Chance kommt nicht oft. Ich war bereits eine zentrale Ansprechperson im Team, ohne es bewusst zu merken. Inhaltlich war es auch kein Problem, und ich bin bis heute operativ aktiv – das ist mir wichtig. Wir sind ein kleines, tolles, eingespieltes Team. Dennoch war es eine Herausforderung, die neue Verantwortung wirklich anzunehmen.
Thieme: Vor allem Zuspruch. Außerdem hilft mir der Austausch, etwa durch die von der Personalentwicklung organisierten Führungsimpulse, das sind Treffen zu Schwerpunktthemen oder kleinere Führungskräfterunden gemeinsam mit der GBG Wohnen und Vermarktung. Auch externe Seminare haben mich unterstützt. Die Wege sind bei der GBG kurz – ich kann mir jederzeit Rat holen.
Freidel: Das ist ein Prozess. Ich glaube nicht, dass man jemals eine fertige Führungskraft ist. Mit Erfahrung wächst die Sicherheit, und ich lerne ständig dazu. Ich bilde mich fort, lese Fachliteratur, nutze interne und externe Angebote. Wenn ich ein schwieriges Gespräch vorbereite, weil es um ein Thema geht, bei dem ich unerfahren bin, hole ich mir bei der Personalentwicklung ein paar Tipps. Und natürlich helfen mir meine Mitarbeiter*innen. Ich habe Leute in meinem Bereich, die Jahrzehnte bei der GBG tätig sind. Von Anfang an habe ich mich anerkannt und wertgeschätzt gefühlt und profitiere extrem von der vorhandenen Expertise.
Freidel: Kann ich mich gut abgrenzen und Arbeit auch mal Arbeit sein lassen? Die Verantwortung nimmt zu – man muss ehrlich prüfen, ob man damit umgehen kann. Man darf nicht konfliktscheu sein. Wichtig ist auch, ob man sich mit der Führungskultur des Unternehmens identifizieren kann.
Thieme: Ich kann nur raten, das eigene Selbstbild, das man vielleicht über Jahre, Jahrzehnte aufgebaut hat, auch mal zu hinterfragen und sich zu fragen, ob es nicht sinnvoll ist, sich mehr zuzutrauen. Es kann hilfreich sein, sich zu sagen: Doch, ich kann das, ich werde es gut machen. Ich habe die GBG als Unternehmen erlebt, das gute Arbeitsbedingungen schafft – mit vielen Möglichkeiten, Privatleben und Beruf zu vereinen.
Thieme: Ich freue mich, dass neue Ideen willkommen sind. In der Vermarktung entwickeln wir gerade neue Tätigkeitsfelder. Unser großes Projekt ist der Hochpunkt E auf FRANKLIN – hier kombinieren wir klassisches Verkaufen und Mietangebote mit Kaufoptionen und arbeiten da eng mit den Kolleg*innen der Vermietung zusammen.
Freidel: Ich wünsche mir, dass wir weiter zusammenwachsen – unternehmensweit, aber auch in meinem Bereich. Beim Immobilienmanagement gibt es aktuell zwei neue Führungskräfte und ich freue mich darauf, intensiver im Bereich zu kooperieren. Denn jeder neue Mensch bringt Veränderungen mit sich. Für uns alle wünsche ich mir, dass wir unsere Chancen erkennen und sie nutzen.