Hinter den Kulissen

Bild oben: Jens Töppe, Simon Hänisch und Heinz Nowak (von links)

Es ist zweifellos einer der markantesten Neubauten der vergangenen Jahre: das Technische Rathaus Mannheim (TRM). Die GBG war nicht nur für den Bau verantwortlich, sondern vermietet bis heute als Eigentümerin das Gebäude an die Stadt  – und ist darüber hinaus in diversen Funktionen mit dem Haus verbunden.

Wer in Mannheim mit dem Zug ankommt, kann den imposanten Bau mit der dunklen Fassade und dem 56 Meter hohen Turm kaum übersehen: das Technische Rathaus, gelegen direkt hinter dem Bahnhof im Glücksteinquartier. Erbaut wurde es unter der Führung der GBG in knapp zweieinhalb Jahren, bevor es Ende 2020 an die Stadt Mannheim als Mieterin übergeben wurde. Nach einer einjährigen Umzugsphase sind dort seit September 2021 die Mitarbeiter*innen des Baudezernats sowie einzelne Fachbereiche weiterer Dezernate zu finden.

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Essen werden täglich in der Kantine des NTR gekocht

Doch die GBG ist nicht nur – in Gestalt der GBG Sonderimmobilien GmbH – Eigentümerin und Vermieterin des Gebäudes, die Unternehmensgruppe ist darüber hinaus in verschiedenen Funktionen im TRM engagiert. Das ist zum einen das Thema Haustechnik. „Das operative Geschäft haben wir an einen externen Dienstleister vergeben“, berichtet Peter Wetzel, Projekt- und Bauleiter bei der GBG Wohnen. „Wir stehen jedoch in regelmäßigem Austausch mit dem Dienstleister, da wir letztlich für einen möglichst störungsfreien Betrieb verantwortlich sind.“ Ermöglicht wird dies durch eine moderne Haustechnik-Softwarelösung, die kontinuierlich Daten sämtlicher Installationen sammelt. „Der anfängliche Aufwand für die Implementierung der Lösung war beträchtlich, da jedes Gerät, jede Leitung und sogar jedes Fenster zunächst erfasst und in der Lösung abgebildet werden musste“, erklärt Wetzel. „Doch es hat sich gelohnt. Dank der Haustechniklösung lassen sich Schäden oder Störungen schnell erkennen, lokalisieren und so zeitnah beheben.“

Während die Haustechnik dann gut läuft, wenn sie möglichst wenig sichtbar im Hintergrund bleibt, steht ein anderer Bereich im TRM jeden Mittag im Mittelpunkt des Interesses: die Kantine. Betrieben wird sie von der FnF – Mannheimer Gesellschaft zur Förderung von Arbeitsplätzen GmbH, und der FMD Facility Management Dienstleistungen Mannheim GmbH, die beide zur GBG Unternehmensgruppe gehören. „Die Integration in die Gruppe war für uns in jeder Hinsicht ein Gewinn“, betont Heinz Nowak, Betriebsleiter Inklusion und Kantinen bei der FNF, die zuvor die Kantine allein betrieben hatte. „Nicht nur weil das Team durch die FMD größer ist, sondern auch weil dadurch viel Erfahrung und Kompetenz ins Haus gekommen ist.“

Nicht nur personell, sondern auch räumlich rückten FMD und FNF zusammen. So verlegte die FMD im Frühjahr 2024 Teile ihrer Produktion in das Technische Rathaus. „Die personellen Synergien sind sehr wichtig für unsere Qualität und den Erfolg, auch ist die Küchenfläche hier nicht nur größer, wir haben auch mehr Lagermöglichkeiten als zuvor“, erklärt Jens Töppe, Leiter der Speisenversorgung der FMD. Täglich produzieren FMD und FNF zusammen mit ihrem Team aus inklusiven und nicht inklusiven Mitarbeiter*innen 750 Essen. Neben der Kantine im Technischen Rathaus beliefert das Team aus FNF und FMD noch vier weitere Kantinen sowie die Seniorenzentren der APH. Die Mahlzeiten werden im Cook-and-Chill-Verfahren zubereitet und dann vor Ort in den sogenannten Regenerationsküchen endgegart.

„Die personellen Synergien sind sehr wichtig für unsere Qualität und den Erfolg.“
Jens Töppe
Leiter der Speisenversorgung, FMD

Die gemeinsame Küche bedeutete, dass die Speisepläne von FNF und FMD möglichst zusammengeführt werden mussten: „Wir haben den Speiseplan entsprechend angepasst, aber wir waren gar nicht so weit voneinander entfernt“, betont Simon Hänisch, der als FMD-Mitarbeiter die Küche im TRM leitet. Die jeweiligen Besonderheiten und Highlights wie zum Beispiel der gesunde Mittwoch, der Schnitzel-Dienstag im Technischen Rathaus sowie das freitägliche Fischgericht der APH-Einrichtungen wurden übernommen und häuserübergreifend ausgerollt.

Und auch personell funktioniert der Zusammenschluss. „Wir haben von Anfang an sehr gut zusammengearbeitet“, berichtet Hänisch. „Heute gibt es für uns keine Trennung zwischen FMD und FNF mehr, wir sind ein Team, ziehen an einem Strang und helfen uns gegenseitig.“  Ein Grund für den reibungslosen Übergang war sicher auch, dass sich Nowak, Töppe und Hänisch, allesamt ausgebildete Köche, noch aus gemeinsamen Küchenzeiten bei einem großen, in Mannheim ansässigen Unternehmen kennen. Die Kantinengäste sind ebenfalls zufrieden, wie Heinz Nowak bestätigt: „Wir kochen möglichst regional und saisonal. Das wird von den Gästen honoriert und die Resonanz ist durchweg positiv.“

„Alle wissen: Wenn sie ein Problem haben – ich bin immer da.“

„Mein Name ist Sinta Reichenbach, aber hier nennen mich alle einfach Sinta. Ich stamme aus Indonesien, lebe aber schon seit 1997 in Deutschland. Bei der FNF arbeite ich seit April 2023. Bevor ich diese Stelle bekommen habe, war ich Vorarbeiterin in einer Reinigungsfirma. Meine Arbeit gefällt mir sehr gut. Ich liebe meine Aufgaben, weil sie ganz unterschiedlich sind. Ich bin im Service tätig – organisiere Konferenzbewirtungen, betreue Veranstaltungen und kümmere mich um die Kaffeeautomaten. Manchmal bin ich auch in der Cafeteria, je nachdem, ob es bei den Konferenzen viel zu tun gibt. Und auch bei großen Veranstaltungen, zum Beispiel wenn ein Bürgermeister oder Oberbürgermeister da ist, bin ich für die Bewirtung zuständig. Ich bin also viel im Haus unterwegs und kenne viele Leute. Und alle wissen: Wenn sie ein Problem haben – ich bin immer da.“

Das Technische Rathaus in Zahlen

Bauzeit: Mitte 2018 bis Ende 2020

Im Betrieb seit: September 2021

Höhe: 13 Stockwerke auf 56 Meter

Energiestandard: KfW 55

Entwurf: Architekturbüro schneider + schumacher, Frankfurt